Haushaltsberatung 2026 – Haushaltsrede unseres Fraktionsvorsitzenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen des Stadtrats,
sehr geehrte Zuhörer,
zunächst möchte ich mich im Namen der CSU- und CWL-Fraktion bei unserer Kämmerei, Herrn Markus Knodt und Herrn Sebastian Heim für die Ausarbeitung des Haushaltsentwurfs bedanken. Der vorliegende Haushaltsplan ist klar strukturiert und nachvollziehbar aufbereitet und bildet eine sehr gute Grundlage für unsere Beratungen. Die gute Vorbereitung hat auch dazu beigetragen, dass die Vorberatung im Stadtrat sehr konstruktiv verlaufen ist und nur wenige Anpassungswünsche notwendig waren. Dafür gilt mein Dank ebenso allen Fraktionen im Stadtrat für die sachliche und verantwortungsvolle Zusammenarbeit.
Der Haushalt 2026 weist in einigen Bereichen Veränderungen auf, die sich vor allem aus strukturellen Anpassungen ergeben. So werden mit dem diesjährigen Haushalt die ehemaligen Betriebszweige der Stadtwerke vollständig in den städtischen Haushalt integriert. Dadurch verändern sich einzelne Positionen im Zahlenwerk deutlich. Beispielsweise erscheinen Darlehen der Stadtwerke nun erstmals direkt im Haushalt der Stadt. Diese Veränderungen sind in erster Linie buchhalterischer Natur, führen aber dazu, dass der Haushalt auf den ersten Blick umfangreicher wirkt als in den vergangenen Jahren.
Ein wichtiger Punkt im diesjährigen Haushalt ist außerdem die Tilgung des großen Darlehens für die Brückelpoint-Siedlung. Dieses Darlehen kann nun aus den dafür aufgebauten Rücklagen zurückgeführt werden. Das wirkt sich positiv auf unseren Schuldenstand aus und reduziert gleichzeitig die künftigen Zinszahlungen. Gerade in Zeiten steigender Finanzierungskosten ist das ein wichtiger Schritt für die finanzielle Stabilität unserer Stadt.
Positiv hervorheben möchten wir auch, dass die eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen erste Wirkung zeigen. Die Bemühungen der vergangenen Jahre, Ausgaben kritisch zu prüfen und Strukturen anzupassen, zahlen sich nun langsam aus. Gleichzeitig müssen wir festhalten, dass die guten Zahlen im Haushalt 2026 zu einem großen Teil auf höhere Gewerbesteuereinnahmen, die niedrigere Kreisumlage und sinkende Energiekosten zurückzuführen sind.
Deshalb gilt an dieser Stelle ein besonderer Dank den Unternehmen in unserer Stadt. Sie schaffen Arbeitsplätze, investieren vor Ort und leisten mit ihren Steuern einen entscheidenden Beitrag zur Finanzierung unserer kommunalen Aufgaben.
Neben den finanziellen Kennzahlen enthält der Haushalt auch einige wichtige Einzelmaßnahmen. Ein Beispiel ist die Sanierung des Freibads. Durch diese Maßnahme können künftig jährlich rund 25.000 Euro eingespart werden. Gleichzeitig sichern wir damit langfristig eine wichtige Freizeit- und Sporteinrichtung für unsere Familien und Freizeitsportler.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die geplante Erschließung des Baugebiets Naabhöhe 2. Diese soll über einen Erschließungsträger erfolgen und noch in diesem Jahr starten. Der Vorteil dabei ist, dass der städtische Haushalt dadurch nicht zusätzlich belastet wird. Gleichzeitig schaffen wir die Voraussetzungen für dringend benötigten Wohnraum und eröffnen perspektivisch auch die Möglichkeit, bei Bedarf die Erschließung des Baugebiets Wildenreuth Nordost 3 früher anzugehen.
Neben diesen positiven Entwicklungen müssen wir aber auch einen kritischen Punkt ansprechen: die kontinuierlich steigenden Personalkosten. In den vergangenen zehn Jahren sind diese jährlich um etwa 8% angestiegen, dieses Jahr voraussichtlich um rund 300.000 Euro. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Anstieg der Personalkosten in Deutschland lag in den vergangenen Jahren bei etwa 3 bis 5 Prozent. Natürlich steht außer Frage, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre Arbeit eine faire Bezahlung verdienen. Gleichzeitig müssen wir jedoch darauf achten, dass diese Entwicklung langfristig planbar bleibt und die Kosten nicht dauerhaft stärker steigen als unsere Einnahmen. Hier braucht es eine klare und langfristige Strategie, damit die Personalkosten für unsere Stadt auch in Zukunft tragbar bleiben.
Gerade deshalb ist es wichtig, weiterhin verantwortungsvoll mit unseren finanziellen Möglichkeiten umzugehen. Trotz der aktuell etwas besseren Zahlen dürfen wir uns nicht in falscher Sicherheit wiegen. Steigende laufende Kosten und neue Anforderungen an die kommunale Infrastruktur zeigen deutlich, dass auch in Zukunft ein sorgfältiger Umgang mit unseren finanziellen Mitteln notwendig sein wird.
Abschließend nochmal danke an die Kämmerei, an alle Fraktionen und wir stimmen der Haushaltssatzung und dem Haushaltsplan für das Jahr 2026 natürlich zu.
Dominik Vollath, März 2026


